(c) 2003 Twentieth Century Fox
Comicportal.de - X-MEN 2-Special

EINE NEUE BEDROHUNG...
X-MEN 2 führt den zentralen Konflikt aus X-MEN jetzt noch eine Stufe weiter: Denn Xaviers Glauben an eine friedliche Koexistenz von Menschen und Mutanten im Gegensatz zu Magnetos Streben nach der Mutanten-Herrschaft steht auf dem Spiel. Dabei geht dieses Mal die Bedrohung nicht von den mächtigen Mutanten aus, sondern von einem Menschen. „Mir erschien es wichtig, der Geschichte das menschliche Element als das Böse beizufügen“, meint Singer. „Diese Bedrohung gefährdet alle Mutanten und in der Folge auch die Menschheit. Der Konflikt ist somit eine Referenz an die großen Themen der Marvel-Comic-Welt. In diesem Film könnte die Angst eines Einzelnen vor dem Unbekannten zu einem Level von Intoleranz mit katastrophalen Ausmaßen führen.“

Der Mann, von dem diese mächtige Bedrohung für die X-Men ausgeht, heißt William Stryker, die Figur, die alles Böse aus dem ersten X-MEN-Film in den Schatten stellen wird. Strykers infame Pläne werden offenbar, als seine Einsatzkräfte Xaviers als „X-Mansion“ bekannte Begabtenschule angreifen. Diese Szene knüpft an den Schluss von X-MEN an, wo man Xavier und Magneto sieht, die in dem Plastikgefängnis, Magnetos letztes Zuhause, Schach gegeneinander spielen. Magneto fragt Xavier: „Was wird passieren, wenn das Gesetz (der Mutant Registration Act) verabschiedet wird und sie in dein Anwesen eindringen und deine Kinder mitnehmen?“ Xavier antwortet mit eiserner Entschlossenheit: „Jeder, der auf der Suche nach Ärger dieses Anwesen betritt, tut mir jetzt schon Leid.“

Nun“, stellt Lauren Shuler Donner fest, „Stryker und seine Soldaten stehen also tatsächlich vor der Villa und es gibt mit Sicherheit Ärger. Doch das ist eigentlich nur der Anfang dessen, was er eigentlich mit den X-Men vorhat.“

„Was mir an Stryker so gefällt“, verdeutlicht Bryan Singer, „ist, dass er das perfekte Abbild eines Bösewichts ist, der nicht aus Machtgier, Religiosität oder Neid gewalttätig und terroristisch agiert. Sein Hass und seine Abneigung rühren aus einem schwer wiegenden Verlust, der seine Familie betrifft. Irgendwann in der Vergangenheit wurde etwas verletzt ... ihm etwas genommen ... und seine Verzweiflung darüber treibt ihn, in den Krieg gegen jene, die er für die Zerstörung seiner Familie verantwortlich macht.

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„Stryker ist einfach die spannendste Rolle“, schwärmt Schauspieler Brian Cox, dessen Parts als erster Hannibal Lecter in MANHUNTER („Roter Drache“, 1986) und in dem Independentfilm L.I.E. („L.I.E. - Long Island Expressway“, 2001) Singer auf ihn aufmerksam machten. „Er hat ein Geheimnis und verhält sich nicht gerade nett. Als Wissenschaftler und Soldat verfügt er über ein beachtliches Vermögen und agiert auf ganz unterschiedlichen Ebenen, weshalb der Charakter für jeden Darsteller äußerst interessant sein dürfte.“

„Stryker stellt genau jene repressive, rassistische und intolerante Person dar, vor der sich die Mutanten am meisten fürchten“, verdeutlicht Cox. „Er will nicht die Welt beherrschen. Er möchte die Welt einfach von jenen befreien, von denen er glaubt, sie seien verantwortlich für die Entzweiung seiner Familie und den Zerfall der Gesellschaft: Mutanten. Erst will er sie kontrollieren, anschließend zerstören. “Ironischerweise ist nicht einmal Strykers eigene Assistentin Yuriko Oyama alias Deathstrike hundertprozentig menschlich. Wie Wolverine verfügt sie über Krallen aus Adamantium und erstaunliche Heilkräfte. „Deathstrike und Wolverine sind aus demselben Holz geschnitzt“,

erklärt Singer. „Auch mit ihrem Körper und Geist wurde herumexperimentiert, weshalb sie für Wolverine körperlich und geistig eine ebenbürtige Gegnerin ist.“

„Deathstrike ist so etwas wie eine verbesserte, schlankere Version von Wolverine“, verdeutlicht Kelly Hu, die die Krallen der Mutantin schwingt (anders als bei Wolverine ragen sie aus ihren Fingern heraus). „Darüber hinaus verfügt sie über eine unglaubliche Schnelligkeit und angeborene Kampfsport-Fähigkeiten.“ Hus eigenes Können als Trägerin des schwarzen Gürtels wurde besonders für den ultimativen Showdown zwischen den beiden Figuren benötigt, dessen Choreographie und Dreh mehrere Tage in Anspruch nahmen. Nightcrawler ist ein neuer Charakter und zählt zu den weitaus sanfteren Figuren. Der in Deutschland geborene Kurt Wagner wuchs in einem Wanderzirkus auf und sieht mit seinen spitzen Ohren, gelben Augen, Hufen und dem Greifschwanz aus wie ein blauhäutiger Dämon. Dennoch hat der Tiefgläubige ein freundliches, sanftes Wesen. Er entwickelt sich durch den Einsatz seiner Teleport-Fähigkeiten für die X-Men zu einem wichtigen Verbündeten für die gute Sache - sein Teleport wird übrigens stets von einem „BAMPF!“-Geräusch begleitet, einem den Comics entlehnten Soundeffekt.

Singer zog verschiedene Gestalten aus dem X-Men-Universum in die engere Wahl, bevor er sich für Nightcrawler entschied. „Ich habe Nightcrawler wegen seiner faszinierenden Gegensätze ausgewählt“, erzählt Singer. „Sein dämonisches Aussehen und seine Religiosität bieten Stoff für vielerlei Vorurteile und Ausgrenzung. Wer könnte das nicht nachvollziehen? Außerdem finde ich seine Kräfte und Soundeffekte am coolsten.“

Alan Cumming, der für seine Verwandlung zu Nightcrawler täglich mehrere Stunden in der Maske saß, genoss vor allem, dass seine Figur gleich mehrere Überraschungen für das Publikum in petto hält. „Wenn wir Nightcrawler zum ersten Mal begegnen, ist er nicht ganz er selbst“, sagt Cumming lächelnd und meint damit ein Ereignis zu Beginn der Handlung. „Ich liebe es Rollen zu spielen, in denen ich zuerst wie ein Bad Guy wirke, dann aber klar wird, dass mein Charakter eigentlich zu den Guten zählt und wahrscheinlich selbst in irgendeiner Weise ausgebeutet wurde. Nightcrawler zählt da definitiv dazu.“ „Außerdem hat mir das Physische an der Rolle gefallen, denn ich bin ein Schauspieler, der viel mit dem Körper ausdrückt. Ich hatte das Glück, mit einem Zirkustrainer arbeiten zu dürfen, der mit mir die akrobatischen Bewegungen von Nightcrawler perfektionierte. Das richtige körperliche Maß zu finden stellte sich als ziemlich schwierig heraus. Doch es macht viel Spaß, jemanden zu haben, der einem bei der Entwicklung von solch extremen Bewegungsabläufen hilft.

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